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Das Heerener Mädchen kehrt zurück- nach fast 11 Jahren

Das Heerener Mädchen kehrt zurück- nach fast 11 Jahren

Kamen. Gute Nachrichten für die Heerener Dorfgemeinschaft: Fast elf Jahre, nachdem es gestohlen wurde, kehrt das Heerener Mädchen wieder zurück – zwar nicht das originale, sondern ein Ebenbild der Figur. Möglich machen das die Kulturstiftung der Sparkasse UnnaKamen, das Sozialwerk Heeren-Werve sowie ein glücklicher Zufall.

Im Jahr 1982 wurde das Kunstwerk des Kamener Künstlers Heinrich Kemmer im Ortsteil Heeren aufgestellt und an die Bürgerinnen und Bürger offiziell übergeben. Das Ensemble bestand aus zwei Betonplatten, die von einem Bergahorn durchbrochen werden und einer Mädchen Figur aus Bronze, das zu dem Baum hinauf schaut. Seit Juli 2012 schaute das sogenannte Heerener Mädchen nicht mehr zum Baum hinauf. Praktisch über Nacht war das Mädchen verschwunden. Lediglich die Schuhe verblieben übrig und markieren noch heute die Stelle, an der das Mädchen gestanden hat.

Der damals noch kleine Bergahorn ist mittlerweile zu einem mächtigen Baum herangewachsen. Nun wird auch nach fast 11 Jahren das Heerener Mädchen an seinen Bestimmungsort zurückkehren.
Nachdem die Figur von dreisten Dieben in einer Nacht und Nebel Aktion entwendet worden war, hatte die Stadtverwaltung recherchiert und bei der Gießerei, in der das ursprüngliche Mädchen gegossen worden war, angefragt, ob ein erneuter Abguss möglich wäre. Dies konnte leider nicht realisiert werden, da die Abgussform in der Gießerei nicht mehr existierte. Weitere Recherchen ergaben, dass auch keine Skizzen oder andere Aufzeichnungen in den Unterlagen des Künstlers vorhanden waren. Heinrich Kemmer lebte 2012 bereits in Hamminkeln in einer Einrichtung und konnte die Bemühungen einer Wiederherstellung nicht unterstützen. So verständigte man sich darauf, eine Informationstafel an der Stelle, an der die Mädchenfigur gestanden hatte, aufzustellen und auf den Frevel hinzuweisen.

Vor Corona erreichte die Stadtverwaltung eine Anregung aus der Heerener Bürgerschaft über das Stadtteilmanagement zur Wiederaufstellung des Heerener Mädchens. Nach der Prüfung verschiedener Varianten und Aspekte des Urheberrechts, wurde die Umsetzung einer holografischen Projektion ins Auge gefasst. Mitten in diesem Prozess kam es zum Kontakt zu dem in Mühlheim an der Ruhr tätigen Künstler Kuno Lange. Dieser stammt gebürtig aus Dortmund und lernte Heinrich Kemmer bereits Mitte der 1970er Jahre über den Verein Westfälischer Künstler kennen. Sie pflegten einen kontinuierlichen künstlerischen und persönlichen Austausch und Kuno Lange lernte die Arbeits- und Herangehensweise Kemmers über die Jahre intensiv kennen. Zudem unterhält Kuno Lange noch immer Kontakte nach Hamminkeln, den letzten Wirkungsort Heinrich Kemmers. Über diese Kontakte nach Hamminkeln erlangte Lange die Kenntnis eines originalen Gipspositivs des gestohlenen Mädchens, das bei einem Freund des Künstlers Heinrich Kemmer über ein Jahrzehnt im Garten stand. Dieses womöglich letzte Original konnte die Stadt Kamen im Jahr 2022 erwerben.

Dank der tatkräftigen finanziellen Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse UnnaKamen und des Sozialwerks Heeren-Werve konnte die Figur dem Künstler Kuno Lange zur Restaurierung und Konservierung übergeben und die Anfertigung einer neuen Figur realisiert werden. So wird das Heerener Mädchen nach fast 11 Jahren zurückkehren.
Im Frühjahr soll diese denkwürdige Rückkehr des Heerener Mädchens mit den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen eines kleinen Festaktes in der Ortsmitte gefeiert werden.