Gemeinsames Fastenbrechen als Zeichen des interkulturellen Miteinanders
03.03.2026
Kamen. Als am Montagabend um 18.17 Uhr die Sonne hinter dem Rathaus unterging, begann im Foyer ein Moment gelebter Gemeinschaft: Musliminnen und Muslime, Christinnen und Christen sowie zahlreiche Gäste aus Politik und Stadtgesellschaft versammelten sich zum gemeinsamen Fastenbrechen. Die Stadt Kamen hatte gemeinsam mit dem ACI – Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration (vormals Integrationsrat) – zur traditionellen IFTAR-Abendmahlzeit eingeladen.
Die Veranstaltung wurde bereits im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Sie steht seither sinnbildlich für das gelebte interkulturelle Miteinander in Kamen und hat sich zu einem festen Termin im städtischen Kalender entwickelt.
Mit dem Sonnenuntergang um 18.17 Uhr wurde das Fastenbrechen feierlich eingeleitet. Die Imame der KUBA Moschee und der Eyüp Sultan Moschee stimmten den Muezzinruf an und eröffneten damit die gemeinsame Mahlzeit. Für die nichtmuslimischen Gäste hatte der ACI auf der Rückseite der Menükarte die deutsche Übersetzung des Gebets abgedruckt. Der Koranvers wurde traditionell in arabischer Sprache vorgetragen.
Bürgermeisterin Elke Kappen betonte in ihrer Ansprache die besondere Atmosphäre im Rathausfoyer: Unter dem Glasdach gemeinsam den Sonnenuntergang zu erleben, sei ein eindrucksvolles Zeichen für Offenheit und Gemeinschaft – „schöner als in jedem Festsaal“. Das IFTAR-Essen zeige einmal mehr, wie wichtig der persönliche Austausch und das gemeinsame Erleben für ein respektvolles und solidarisches Miteinander in Kamen seien.
Zu den Ehrengästen zählte auch Hasan Baştaş, Vizekonsul des türkischen Generalkonsulats in Essen. Neben dem ACI-Vorsitzenden Aziz Özkir nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtrat und Verwaltung teil. Auch die christlichen Kirchen waren vertreten: Pfarrer Bernhard Nake von der katholischen Heilig-Kreuz-Gemeinde sowie Pfarrer Martin Brandhorst von den evangelischen Kirchengemeinden in Kamen unterstrichen mit ihrer Teilnahme den guten interreligiösen Austausch in der Stadt.
In diesem Jahr fiel der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan mit dem Start der christlichen Fastenzeit auf denselben Tag – eine Konstellation, die sich nur etwa alle 33 Jahre ereignet. Dieses besondere Zusammentreffen verlieh dem Abend eine zusätzliche symbolische Bedeutung.
Die festliche Stimmung, die herzlichen Gespräche und das gemeinsame Mahl machten den Abend erneut zu einem starken Zeichen für Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt in der Stadtgesellschaft.
