Friedrich-Ebert-Grundschule startet dank Startchancen-Programm mit neugestaltetem Verwaltungstrakt ins neue Schuljahr
31.08.2026
Kamen. Gute Schule braucht mehr als Unterrichtsräume. Sie braucht Orte, an denen Kinder individuell gefördert werden können, an denen Lehrkräfte gemeinsam arbeiten und an denen Beratung, Unterstützung und pädagogische Entwicklung ihren Platz finden. Genau dafür ist der Verwaltungstrakt der Friedrich-Ebert-Grundschule in den Sommerferien umfassend aufgewertet worden.
Die Arbeiten wurde pünktlich am ersten Ferientag begonnen und sollen wie geplant zum Schulstart am 2. September abgeschlossen sein. Damit stehen der Friedrich-Ebert-Grundschule künftig nicht nur frisch renovierte Räume zur Verfügung. Vielmehr werden zugleich bessere Voraussetzungen für die pädagogische Arbeit geschaffen.
Möglich wurde die Neugestaltung maßgeblich durch das Startchancen-Programm von Bund und Ländern. Dieses verfolgt ein klares Ziel: Schulen mit besonders hohen sozialen Herausforderungen sollen zusätzliche Unterstützung erhalten, damit Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft bessere Bildungschancen bekommen.
In Nordrhein-Westfalen nehmen insgesamt 923 Schulen am Programm teil. Über die zehnjährige Laufzeit stehen dafür rund 2,3 Milliarden Euro Bundesmittel zur Verfügung; das Land Nordrhein-Westfalen investiert Mittel in gleicher Größenordnung.
Welche Schulen vom Programm profitieren, wird dabei nicht nach dem Prinzip „gute Schule oder schlechte Schule“ entschieden. Maßgeblich ist vielmehr die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft. Nordrhein-Westfalen nutzt hierfür den sogenannten Schulsozialindex. Er bildet soziale Herausforderungen an einzelnen Schulen anhand verschiedener Faktoren ab, unter anderem Kinder- und Jugendarmut, den Anteil von Kindern mit vorwiegend nichtdeutscher Familiensprache, eigene Zuwanderungserfahrungen sowie den Anteil von Schülerinnen und Schülern mit bestimmten sonderpädagogischen Förderbedarfen.
Die Friedrich-Ebert-Grundschule ist mit Sozialindexstufe 6 eingestuft und gehört damit zu den Kamener Grundschulen mit den höchsten sozialen Herausforderungen. Zum Vergleich: Die übrigen Kamener Grundschulen liegen zwischen den Stufen 2 und 4. Der Sozialindex ist dabei kein Qualitätsranking, sondern macht sichtbar, an welchen Schulen aufgrund der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft ein besonderer Unterstützungsbedarf besteht. Für Grundschulen der Stufen 6 bis 9 war die Teilnahme am Startchancen-Programm vorgesehen.
Das Programm setzt auf drei Säulen: Das Investitionsbudget schafft bessere räumliche und materielle Voraussetzungen, das Chancenbudget unterstützt die Schul- und Unterrichtsentwicklung und das zusätzliche Personalbudget ermöglicht den Einsatz weiterer Fachkräfte. Für die Stadt Kamen stehen über die zehnjährige Laufzeit (2024 bis 2034) für die erste Säule 1.744.297,55 Euro Fördermittel zur Verfügung, ergänzt um einen kommunalen Eigenanteil von 747.556,09 Euro. Neben der Friedrich-Ebert-Grundschule nimmt auch die Hauptschule am Koppelteich am Startchancen-Programm teil.
An der Friedrich-Ebert-Grundschule wird nun in einem ersten Schritt ganz konkret sichtbar, was diese Unterstützung bewirken kann: Im Mittelpunkt der Umgestaltung standen die Räume, die im Schulalltag für die Zusammenarbeit des Kollegiums besonders wichtig sind: das Lehrerzimmer sowie ein Besprechungsraum, der auch für Elterngespräche genutzt wird. Sie bieten künftig deutlich bessere Möglichkeiten für Austausch, gemeinsame Planung und organisatorische Absprachen. Denn das Kollegium der Grundschule ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Die bisherigen räumlichen Gegebenheiten und die Möblierung konnten den veränderten Anforderungen zunehmend nicht mehr gerecht werden. Wo mehr Menschen zusammenarbeiten, braucht es auch ausreichend Platz für Besprechungen, gemeinsame Vorbereitungen und den Austausch über pädagogische Fragen. Mit der Umgestaltung wird nun Raum geschaffen, damit diese Zusammenarbeit wieder besser und zielgerichteter stattfinden kann.
„Für gute pädagogische Arbeit braucht es auch gute Bedingungen für diejenigen, die sie leisten“, sagt Schulleiterin Christina Pusch. „Unser Kollegium ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Deshalb war es wichtig, Räume zu schaffen, in denen wir uns austauschen, gemeinsam planen und Dinge in Ruhe organisieren können.“
Dabei ging die Maßnahme bewusst über die unmittelbar durch das Startchancen-Programm förderfähigen Bereiche hinaus. So konnte beispielsweise der Flur des Verwaltungstraktes nicht über das Programm finanziert werden. In enger Zusammenarbeit zwischen der Schulverwaltung und dem Gebäudemanagement der Stadt Kamen wurde deshalb dafür gesorgt, dass dennoch ein einheitliches und stimmiges Gesamtbild entstehen konnte. Auch der Erste-Hilfe-Raum wurde in diesem Zuge frisch gestrichen. Die Decke war dort bereits vor einiger Zeit erneuert worden; mit der jetzigen Renovierung ist auch dieser Bereich wieder vollständig hergerichtet.
Mit dem Ende der Sommerferien ist damit nicht nur ein Bauprojekt abgeschlossen. Vielmehr entsteht an der Friedrich-Ebert-Grundschule ein räumlicher Rahmen, der die Ziele des Startchancen-Programms unmittelbar unterstützt: mehr Chancengerechtigkeit, bessere Lernbedingungen und eine Schule, die Kinder entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse fördern kann. Die Umsetzung weiterer Maßnahmen befindet sich in der Abstimmung zwischen der Schule und der Stadt Kamen.
„Das ist genau der Ansatz, den wir als Stadt Kamen mit dem Startchancen-Programm verfolgen“, sagt Linda Biermann, Fachbereichsleiterin der Servicebetriebe. „Wir investieren nicht einfach in Gebäude. Wir investieren in die Voraussetzungen dafür, dass pädagogische Arbeit wirken kann und damit letztlich in die Bildungschancen der Kinder.“
Wenn am 2. September die Schülerinnen und Schüler zurückkehren, ist davon deshalb mehr zu sehen als frisch renovierte Räume: Die Friedrich-Ebert-Grundschule startet mit besseren Voraussetzungen für das, worauf es in Schule wirklich ankommt: gute pädagogische Arbeit und faire Chancen für jedes Kind.
