Kinder und Jugendliche im Blick: Neuer Förderplan gibt Kurs bis 2030 vor
12.06.2026
Kamen. Kinder und Jugendliche wissen oft sehr genau, was sie brauchen: Orte zum Treffen, Angebote zum Mitmachen, Freiräume zum Ausprobieren – und Erwachsene, die ihnen zuhören. Genau hier setzt der neue Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Kamen für die Jahre 2026 bis 2030 an, den der Jugendhilfeausschuss in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen hat. Mit dem Beschluss beauftragt das Gremium die Verwaltung, die Kinder- und Jugendarbeit in Kamen auf dieser Grundlage weiterzuentwickeln und umzusetzen.
Der Kinder- und Jugendförderplan beschreibt die aktuelle Situation junger Menschen in Kamen, nimmt die bestehende Angebotslandschaft in den Blick und legt die zentralen Schwerpunkte für die kommenden Jahre fest. Dabei geht es nicht um ein Papier für die Schublade, sondern um eine konkrete Arbeitsgrundlage für die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort.
Besonders wichtig war der Stadt Kamen bei der Erarbeitung, Kinder und Jugendliche selbst zu Wort kommen zu lassen. Zu Beginn des Jahres 2026 wurden deshalb an allen Kamener Schulen Befragungen durchgeführt. An den Grundschulen beteiligten sich 555 Kinder, an den weiterführenden Schulen nahmen 561 Schülerinnen und Schüler teil. Ergänzend gab es an den weiterführenden Schulen eine kreative Beteiligungsaktion, bei der junge Menschen Orte in Kamen fotografieren konnten, die sie als unattraktiv oder problematisch wahrnehmen – verbunden mit eigenen Ideen, wie diese Orte besser gestaltet werden könnten.
„Kinder und Jugendliche sind Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt. Wer wissen möchte, was eine Stadt für junge Menschen lebenswert macht, muss sie fragen und ihre Antworten ernst nehmen“, betont Bürgermeisterin Elke Kappen, zugleich Dezernentin für den Bereich Familie, Jugend, Schule und Sport. Die Beteiligung habe deutlich gezeigt, wie aufmerksam junge Menschen ihre Umgebung wahrnehmen und wie konkret ihre Vorstellungen für eine kinder- und jugendgerechte Stadt sind.
Der neue Förderplan setzt deshalb klare Schwerpunkte. Dazu gehört vor allem der Aufbau verlässlicher und nachhaltiger Beteiligungsstrukturen für Kinder und Jugendliche. Beteiligung soll nicht nur punktuell stattfinden, sondern dauerhaft in kommunalen Prozessen verankert werden. Gleichzeitig sollen die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit weiterentwickelt werden – auch mit Blick auf ältere Jugendliche, die sich von klassischen Angeboten nicht immer ausreichend angesprochen fühlen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Inklusion. Kinder- und Jugendarbeit soll so gestaltet werden, dass Teilhabe für alle jungen Menschen selbstverständlich möglich ist, unabhängig von individuellen Voraussetzungen, Lebenslagen oder Unterstützungsbedarfen. Ziel ist es, Barrieren abzubauen, unterschiedliche Lebensrealitäten mitzudenken und Vielfalt als Normalität zu verstehen.
Auch die Mobile Jugendarbeit und die Schulsozialarbeit spielen im Förderplan eine wichtige Rolle. Mobile Jugendarbeit bietet die Chance, junge Menschen direkt in ihren Lebenswelten zu erreichen – auch diejenigen, die klassische Angebote bisher selten oder gar nicht nutzen. Schulsozialarbeit wiederum ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Schule, Jugendhilfe und Familie. Sie unterstützt präventiv, beratend und begleitend und trägt dazu bei, Kinder und Jugendliche frühzeitig zu stärken.
Der Kinder- und Jugendförderplan macht zugleich deutlich: Gute Kinder- und Jugendarbeit braucht verlässliche Strukturen. Die bestehenden Angebote sollen gesichert, qualitativ weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst werden. Die Umsetzung der beschriebenen Ziele und Maßnahmen steht dabei unter dem Vorbehalt der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt Kamen sowie der jeweiligen Haushaltsbeschlüsse.
Mit dem einstimmigen Beschluss des Jugendhilfeausschusses ist nun die Grundlage gelegt, um die Kinder- und Jugendförderung in Kamen in den kommenden Jahren weiter gezielt auszurichten. Der Förderplan verbindet dabei fachliche Planung mit dem, was Kinder und Jugendliche selbst eingebracht haben – und stellt damit sicher, dass Kamen auch künftig „vom Kind aus gedacht“ wird.
