Pionierarbeit im offenen Ganztag: 18 OGS-Mitarbeitende erhalten Zertifikate
19.05.2026
Kamen. Es ist ein Meilenstein für die Qualitätsentwicklung im Kamener Ganztag: 18 Mitarbeiterinnen der offenen Ganztagsschulen (OGS) in Kamen haben erfolgreich die erste Pädagogische Grundqualifizierung nach dem „Kamener Modell“ abgeschlossen. Bürgermeisterin Elke Kappen hat ihnen die Zertifikate persönlich überreicht – und machte dabei deutlich: „Sie haben Pionierarbeit geleistet."
Die Grundqualifizierung wurde gemeinsam von der Stadt Kamen, der AWO Ruhr-Lippe-Ems unter Mitwirkung der Bildung+Lernen gGmbH, dem Evangelischen Kirchenkreis Unna und dem Kreissportbund Unna konzipiert und umfasste insgesamt 45 Unterrichtseinheiten in drei Modulen:
• Pädagogische Grundhaltung (durchgeführt von der AWO)
• Entwicklung im Kindesalter (durchgeführt vom Evangelischen Kirchenkreis Unna)
• Spiel und Bewegung (durchgeführt vom Kreissportbund Unna)
Die Teilnehmenden kamen aus ganz unterschiedlichen Berufsbiografien – von der Friseurin über die Kauffrau bis zur Zugbegleiterin. Was sie verbindet: Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern und den Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Und das zusätzlich zum oft eng getakteten OGS-Alltag. Denn gute Ganztagsarbeit ist kein „Nebenbei". Der offene Ganztag ist für viele Kinder weit mehr als ein Ort zum Warten auf die Eltern: Er ist Lernort, Lebensort, Raum für Freundschaften, Bewegung und Spiel – und nicht selten auch ein Ort, an dem Kinder mit ihren Sorgen ankommen und Unterstützung erfahren. Gleichzeitig entlastet er Familien und ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Viele OGS-Mitarbeitende bringen dabei wertvolles Herzblut und reiche Lebenserfahrung mit, jedoch keine klassische pädagogische Ausbildung. Genau hier setzt die Qualifizierung an: Es geht nicht nur um die Vermittlung von Fachwissen, sondern um Reflexion, Handlungssicherheit und einen geschärften Blick auf das Kind. „Wenn ich eine Stärkung für mich erfahre, dann fällt es mir leichter, den Kindern den Rücken zu stärken", bringt es Heike Kostarellis, Dozentin der AWO und Konzeptorin des Moduls „Pädagogische Grundhaltung", auf den Punkt.
Der aktuelle Kurs war der erste Durchgang, die Pilotphase des Kamener Modells. Die Grundqualifizierung soll künftig allen neuen OGS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in Kamen offenstehen, die bislang nicht einschlägig ausgebildet sind. Ziel ist ein Ganztag, der verlässlich, kindgerecht und qualitativ stark ist. Getragen von gut qualifizierten und handlungssicheren Teams. Jugendamtsleiterin Nicole Börner unterstreicht die Notwendigkeit: „Das Land misst dem Bereich OGS nicht den Stellenwert bei, den er benötigt. Hier wollen wir als Stadt mit gezielten Qualifizierungsangeboten entgegenwirken."
Bürgermeisterin Elke Kappen dankte ausdrücklich den beteiligten Trägern für ihr Engagement bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzepts sowie den OGS-Leitungen, die die Teilnehmenden während der Qualifizierung fachlich begleitet haben. Ihr Glückwunsch galt vor allem den 18 Absolventinnen und Absolventen selbst: „Sie können stolz sein – auf das, was Sie geleistet haben, und auf das, was Sie jeden Tag für die Kinder in unserer Stadt tun."
Die Zertifikate erhielten folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kamener OGS:
• AWO RLE: Celina Schöngraf, Margret Kleuser
• Kreissportbund Unna: Elida Sabanovic, Sandra Schemmann, Sarah Ploch
• Evangelischer Kirchenkreis Unna: Britta Sturm, Anna Trohl Walocha, Angelina Schulz, Nicole Gerling, Denise Riethmann, Sandra Bader, Aysegül Bayazit, Susanne Materna, Jasmin Tischler, Stefanie Behling, Jana Nikischin, Elena Polyzoides, Angela Meyer-Arndt
