Jahnschule Methler: Übergangslösung steht – feste Rettungstreppen folgen in den Herbstferien
03.09.2026 - aktualisiert am 03.09.2026 - 15:42
Kamen. Das neue Schuljahr an der Jahnschule in Methler hat begonnen – die beiden dauerhaft geplanten Außentreppen stehen allerdings noch nicht. Weil die beauftragte Metallbaufirma den ursprünglich für die Sommerferien vorgesehenen Zeitplan nicht einhalten konnte, sichern bis zu den Herbstferien erneut zwei Gerüsttreppentürme die Übergangszeit ab. Sie sind inzwischen aufgestellt, fachlich geprüft und zusätzlich von der Stadt Kamen bauordnungsrechtlich genehmigt worden.
Die dauerhaften Außentreppen sollen nach schriftlicher Zusage des Unternehmens in den Herbstferien 2026 montiert werden. Bis dahin läuft der Schulbetrieb mit der abgestimmten Interimslösung weiter. Die Verzögerung und die erneuten Gerüsttreppen haben bei Eltern verständlicherweise Fragen und Sorgen ausgelöst. Die Stadt Kamen nimmt diese ernst und möchte deshalb transparent erläutern, wie es zu der aktuellen Situation gekommen ist und wie die Sicherheit gewährleistet wird. Wichtig dabei: Nach Einschätzung der beteiligten Fachstellen war und ist die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler jederzeit gewährleistet. Das Vorgehen wurde eng mit der Schulleitung abgestimmt. Auch der Kreis Unna als zuständige Aufsichtsbehörde hat das Vorgehen der Stadt gestützt.
Warum gibt es überhaupt Gerüsttreppen?
Als die Jahnschule gebaut wurde, gehörten die heute geplanten Außentreppen noch nicht zum Gebäude. Der zweite Rettungsweg war über die Rettungsgeräte beziehungsweise Leitern der Feuerwehr vorgesehen.
Bei der regelmäßigen Überprüfung städtischer Gebäude werden solche Lösungen immer wieder betrachtet und – wo nötig – an heutige Anforderungen angepasst. Vor rund vier Jahren entschied sich die Stadt deshalb für Gerüsttreppentürme. Die provisorischen Gerüsttreppentürme sind nicht als eigenständige Fluchtwege zur Selbstrettung vorgesehen. Sie übernehmen vielmehr die Funktion der Rettungsgeräte der Feuerwehr und dienen gemäß § 33 BauO NRW der Sicherstellung des zweiten Rettungsweges.
Genutzt werden sie daher grundsätzlich im Rahmen eines Feuerwehreinsatzes. Eine eigenständige Flucht über die Gerüsttreppentürme ohne Unterstützung durch die Feuerwehr oder durch Lehrkräfte ist nicht vorgesehen. Von Anfang an war klar: Dauerhaft sollen bauliche Außentreppen diese Aufgabe übernehmen.
Warum stehen die festen Treppen noch nicht?
Die Stadt hatte den Auftrag bereits 2025 nach einem öffentlichen Vergabeverfahren vergeben. Der Plan war eindeutig: Die Arbeiten sollten in den Sommerferien 2026 stattfinden.
Die beauftragte Metallbaufirma teilte jedoch mit, dass Personal- und Fachkräftemangel zu Kapazitätsproblemen geführt hätten. Die Stadt hat daraufhin mehrfach versucht, gemeinsam mit dem Unternehmen Lösungen für eine fristgerechte Umsetzung zu finden. Das gelang nicht.
Nun liegt eine schriftliche Zusage vor: In den Herbstferien sollen die beiden Außentreppen montiert werden.
Was wurde in den Sommerferien bereits umgesetzt?
Auch wenn die dauerhaften Außentreppen nicht wie vorgesehen fertiggestellt werden konnten, ist an der Jahnschule in den Sommerferien einiges passiert. So wurde an den betreffenden Fassadenbereichen das Wärmedämmverbundsystem erneuert. Außerdem erhielt die Schule den geplanten außenliegenden Sonnenschutz.
Die bisherigen Gerüsttreppen mussten im Zuge der Arbeiten demontiert werden, da sie genau dort standen, wo die Fundamente für die künftigen festen Außentreppen entstehen. Inzwischen sind die neuen Gerüsttreppentürme an anderen Stellen aufgebaut. Dadurch bleibt die Übergangslösung für den laufenden Schulbetrieb bestehen.
Wie sicher sind die neuen Gerüsttreppen?
Auch bei einer Übergangslösung gibt es bei der Sicherheit keine Abstriche. Ein Fachunternehmen hat die Gerüste nach den geltenden Regeln der Technik aufgebaut. Sie werden regelmäßig kontrolliert und überwacht.
Für die Standsicherheit liegen die erforderlichen technischen Nachweise vor. Nach Angaben des Herstellers wird diese unter anderem durch die Aufbau- und Verwendungsanleitung, die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, die allgemeine Bauartgenehmigung und den Freigabeschein nachgewiesen.
Darüber hinaus hat sich die Stadt zu einem zusätzlichen Schritt entschieden: Für die beiden Gerüsttreppentürme wurde eine Baugenehmigung beantragt und am 31. August 2026 erteilt.
Formal wäre eine solche Genehmigung für diese Übergangslösung nicht zwingend erforderlich gewesen. Angesichts der öffentlichen Diskussion und der von Eltern geäußerten Fragen wollte die Stadt jedoch bewusst zusätzliche Klarheit schaffen. Im Genehmigungsverfahren werden die unterschiedlichen fachlichen Belange zusammengeführt und bewertet. Auch brandschutztechnische Fragen und die Einschätzung der Brandschutzdienststelle der Feuerwehr sind dabei berücksichtigt worden.
Sind die Gerüsttreppen normale Fluchttreppen?
Nein – und genau dieser Punkt ist für die Einordnung wichtig.
Die Gerüsttreppentürme sind nicht dafür gedacht, dass Kinder im Notfall eigenständig über sie das Gebäude verlassen. Sie unterstützen vielmehr die Feuerwehr bei der Sicherstellung des zweiten Rettungsweges und treten damit funktional an die Stelle von Rettungsgeräten wie tragbaren Leitern.
Im Ernstfall werden Schülerinnen und Schüler also nicht sich selbst überlassen. Eine Nutzung erfolgt im Zusammenwirken mit der Feuerwehr beziehungsweise unter entsprechender Begleitung.
Die Gerüsttreppen schaffen damit für die Übergangszeit eine zusätzliche Unterstützung gegenüber der ursprünglichen Rettungsmöglichkeit über Feuerwehrleitern.
Wer ist in die Entscheidungen eingebunden?
Die einzelnen Schritte sind keine Entscheidungen „am grünen Tisch“. Gebäudeverwaltung, Bauaufsicht, Feuerwehr und Brandschutzdienststelle waren und sind fachlich eingebunden. Auch mit der Schulleitung wurden die Maßnahmen eng abgestimmt.
Darüber hinaus hat der Kreis Unna als zuständige Aufsichtsbehörde das Vorgehen der Stadt Kamen gestützt.
Und wie geht es jetzt weiter?
Die Gerüsttreppen sollen nur eine kurze Brücke sein. Nach der schriftlichen Zusage der beauftragten Firma werden die dauerhaften Außentreppen in den Herbstferien 2026 montiert.
Damit erhält die Jahnschule künftig zwei bauliche zweite Rettungswege – und die Übergangslösung mit den Gerüsttreppentürmen kann anschließend beendet werden.
