Feuerwehr: Passende Schutzkleidung für unterschiedliche Einsatzlagen
30.07.2026 - aktualisiert am 30.07.2026 - 13:01
Kamen. Nicht jeder Feuerwehreinsatz führt die Einsatzkräfte durchs Feuer. Bei Verkehrsunfällen, Unwetterschäden, Türöffnungen oder Ölspuren sind andere Gefahren entscheidend – und dafür trägt die Feuerwehr Kamen jetzt auch die passende Kleidung. 220 neue rote Einsatzgarnituren für technische Hilfeleistungen und die Brandbekämpfung im Freien stehen den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften ab sofort zur Verfügung.
Bislang rückten die Kamener Feuerwehrleute grundsätzlich in ihrer sandfarbenen Brandbekämpfungsbekleidung aus. Sie besteht aus mehreren Lagen und schützt besonders gut vor Flammen und sehr hohen Temperaturen, etwa bei einem Innenangriff. Dieser Schutz hat jedoch sein Gewicht: Die Kleidung ist schwer, schränkt die Beweglichkeit stärker ein und kann den Körper insbesondere bei längeren Einsätzen und hohen Außentemperaturen zusätzlich belasten.
„Unsere Brandbekämpfungsbekleidung bietet einen sehr hohen Schutz, ist aber nicht für jede Einsatzlage die beste Lösung“, erklärt Brandrat Frank Siedhoff, stellvertretender Fachbereichsleiter Feuerwehr und Rettungsdienst bei der Stadt Kamen. „Mit der neuen Kleidung können wir unsere Einsatzkräfte bei technischen Hilfeleistungen und Vegetationsbränden spürbar entlasten. Sie ist leichter, beweglicher und auf die Gefahren dieser Einsätze zugeschnitten.“
Dazu zählen beispielsweise Verkehrsunfälle auf den Autobahnen A1 und A2, zu denen die Feuerwehr Kamen regelmäßig ausrückt. Auch bei Unwettereinsätzen, Türöffnungen oder beim Beseitigen von Ölspuren schützt die neue Kleidung unter anderem vor mechanischen Gefahren. Ebenso ist die neue Schutzkleidung für Brandeinsätze im Freien bestens geeignet. Welches Outfit zum Einsatz kommt, entscheiden die Führungskräfte anhand der jeweils zu erwartenden Risiken. Bei den Einsätzen werden immer beide Uniformen mitgeführt, um diese gegebenenfalls wechseln zu können. „So werden wir nicht überrascht“, führt Siedhoff weiter aus.
Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weist darauf hin, dass schwere Brandbekämpfungsbekleidung nicht automatisch bei jedem Einsatz die beste Wahl ist. Bei länger dauernden technischen Hilfeleistungen kann sie unnötig belasten und zu einer stärkeren Erwärmung des Körpers führen.
„Gerade an heißen Tagen macht es einen deutlichen Unterschied, ob unsere Einsatzkräfte über längere Zeit die schwere Brandbekämpfungsbekleidung oder eine leichtere Garnitur tragen“, sagt Frank Siedhoff. „Sicherheit bleibt dabei immer das entscheidende Kriterium. Wir können die Schutzkleidung nun aber gezielter an die tatsächliche Einsatzlage anpassen.“
Die Neuanschaffung schont zudem die hochwertige sandfarbene Brandbekämpfungsbekleidung. Sie kommt künftig vor allem dort zum Einsatz, wo ihr besonderer Hitze- und Flammschutz tatsächlich erforderlich ist. Dadurch verschleißt die deutlich teurere Kleidung nicht unnötig bei Einsätzen, für die eine andere Schutzwirkung gefragt ist.
Mit den zunächst angeschafften 220 Garnituren hat die Stadt sowohl die hauptamtlichen Kräfte als auch die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr ausgestattet. Im kommenden Jahr sollen weitere rote Garnituren folgen, um jede Einsatzkraft ausstatten zu können.
