Bilder, die Verständigung leichter machen
23.07.2026 - aktualisiert am 23.07.2026 - 12:13
Kamen. Verstehen, was gemeint ist – und zeigen können, was man selbst braucht: Genau hierbei soll die Symbolsprache „METACOM“ künftig Kinder, Jugendliche und Familien in Kamen unterstützen. Die Stadt führt die bildgestützte Kommunikation schrittweise in Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie im Fachbereich Familie, Jugend, Schule und Sport ein. Diese soll Informationen verständlicher machen, Orientierung geben und mehr Menschen eine aktive Teilhabe ermöglichen.
Den Auftakt bildete jetzt ein praxisorientierter Workshop in der VHS Kamen-Bönen. Fachkräfte aus verschiedenen Einrichtungen beschäftigten sich mit den Grundlagen der „Unterstützten Kommunikation“ und entwickelten erste gemeinsame Symbolsammlungen für den Alltag.
„Kommunikation ist eine zentrale Voraussetzung für Teilhabe. Menschen nehmen Informationen unterschiedlich auf und haben verschiedene Möglichkeiten, sich auszudrücken. Mit METACOM schaffen wir ein zusätzliches Angebot, das Verständigung erleichtert und Orientierung gibt“, erklärt Julia Titze, Verfahrenslotsin in der Villa FIB, dem Familienbüro der Stadt Kamen.
METACOM umfasst rund 17.000 leicht erkennbare Symbole. Sie helfen insbesondere Kindern, Jugendlichen und Familien, die Unterstützung beim Verstehen oder beim eigenen Ausdruck benötigen. Fachkräfte können mit den Bildern beispielsweise Gespräche begleiten, Tagesabläufe erklären, Räume kennzeichnen oder wichtige Informationen übersichtlich darstellen.
Der entscheidende Vorteil: Die gleichen Symbole begegnen den Kindern und Jugendlichen künftig an verschiedenen Orten. Wer ein Bild bereits aus der Kita kennt, kann es später auch in der Schule oder in einer Beratungsstelle wiedererkennen. Das schafft Vertrautheit, erleichtert Übergänge und hilft dabei, sich schneller zurechtzufinden. Zugleich erhalten die beteiligten Fachkräfte eine gemeinsame Grundlage für ihre tägliche Arbeit.
Gemeinsam Lösungen für den Alltag entwickeln
Im ersten Workshop ging es deshalb nicht allein um theoretische Grundlagen. Die Teilnehmenden arbeiteten vor allem an konkreten Lösungen für ihre Einrichtungen. Sie entwickelten Vorschläge für Symbolsammlungen, die häufige Situationen, Räume und Abläufe abbilden sollen.
„METACOM soll keine zusätzliche Aufgabe sein, die den Arbeitsalltag belastet. Die Symbole sollen Fachkräfte praktisch unterstützen, Abläufe vereinfachen und Kommunikation leichter machen“, betont Elena Ostermann von der Fachberatung Kindertageseinrichtungen in der Villa FIB.
Die ersten gemeinsam erarbeiteten Sammlungen bilden die Grundlage für die weitere Umsetzung. Ziel ist es, häufig benötigte Bilder einheitlich bereitzustellen. So können Kinder, Jugendliche und Familien vertraute Darstellungen leichter wiedererkennen und Informationen schneller erfassen.
Einführung wird schrittweise fortgesetzt
Nach dem Auftaktworkshop folgt eine digitale Grundlagenschulung. Dabei lernen die beteiligten Fachkräfte die verschiedenen Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von METACOM kennen. Eine anschließende Aufbauschulung greift die konkreten Anforderungen der einzelnen Einrichtungen auf.
Mit der gemeinsamen Symbolsprache stärkt die Stadt Kamen eine verständliche und inklusive Kommunikation. Kinder, Jugendliche und Familien sollen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen Informationen besser verstehen, ihre Anliegen ausdrücken und sich aktiver einbringen können.
