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Stadt Kamen bewirbt sich um Förderung für sichere und aktive Schulwege

17.07.2026 - aktualisiert am 17.07.2026 - 12:29

Stadt Kamen bewirbt sich um Förderung für sichere und aktive Schulwege

Kamen. Die Stadt Kamen möchte die selbstständige, sichere und umweltfreundliche Mobilität junger Menschen weiter stärken. Deshalb bewirbt sie sich mit einer Projektskizze für den Bereich rund um die Gesamtschule Kamen und die Fridtjof-Nansen-Realschule beim bundesweiten Förderaufruf „Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil“. Über den aktuellen Stand der Bewerbung hat die Stadtverwaltung am Donnerstag, 16. Juli, den Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung informiert.

Das Förderprogramm richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Bundesweit können bis zu 30 Städte Fördermittel in Höhe von jeweils 1,5 bis 6 Millionen Euro erhalten. Das Programm verbindet Investitionen in die Infrastruktur mit Mobilitätsbildung, Beteiligung und Kommunikation, Schulfahrrädern sowie einer begleitenden Evaluation. Ziel ist es, jungen Menschen eine selbstständige und aktive Mobilität zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt der Kamener Projektidee steht das Schulzentrum an der Gutenbergstraße. Dort treffen insbesondere zu den morgendlichen und nachmittäglichen Stoßzeiten viele unterschiedliche Verkehrsströme aufeinander. Der hohe Anteil des motorisierten Bring- und Holverkehrs führt regelmäßig zu Konflikten und beeinträchtigt die Sicherheit sowie die Aufenthaltsqualität im Umfeld der beiden Schulen. Gesamtschule und Fridtjof-Nansen-Realschule unterstützen die Bewerbung der Stadt daher ausdrücklich. Die ersten Überlegungen sehen vor, die Verkehrsströme rund um das Schulzentrum besser zu ordnen und die verschiedenen Verkehrsteilnehmenden stärker voneinander zu trennen. Denkbar sind unter anderem eine Schulstraße in der Gutenbergstraße, eine feste Haltestelle für sogenannte Elterntaxis sowie die Verlagerung des bisherigen Wendebereichs. Auch eine neue, überdachte und beleuchtete Fahrradabstellanlage gehört zu den möglichen Maßnahmen. Als Standort für Teile der neuen Verkehrsorganisation kommt unter anderem die Fläche der ehemaligen Schwimmhalle infrage.

Darüber hinaus nimmt die Projektskizze die Geh- und Radwege im weiteren Umfeld in den Blick. Die Stadt möchte Wege verbreitern, Beleuchtung und Querungsmöglichkeiten verbessern und dadurch die Sicherheit erhöhen. Zu den untersuchten Verbindungen zählen die Bahnunterführung an der Lenbachstraße, eine östliche Anbindung des Schulgeländes an den Sesekeweg sowie die Wegebeziehung zwischen Schäferstraße und Gutenbergstraße. Auch die benachbarten Sportanlagen und ihre Freizeitnutzung sollen in das Gesamtkonzept einfließen.

Eine zentrale Rolle spielt die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Viele von ihnen haben bereits im Rahmen des städtischen Mobilitätskonzeptes SUMP eigene Erfahrungen, Wünsche und Ideen eingebracht. Diesen Austausch möchten Stadt und Schulen fortsetzen. Projekttage, Projektwochen und Arbeitsgemeinschaften können Themen wie Verkehrssicherheit, nachhaltige Mobilität und eigenständige Schulwege künftig noch stärker im Schulalltag verankern.

Ergänzend prüft die Stadt bewegungsfördernde Angebote wie einen Pumptrack und einen Klassensatz an BMX- oder Mountainbikes. Ein solches Angebot könnte sowohl den Schulen als auch Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit zur Verfügung stehen und den Schulstandort zusätzlich aufwerten. Die Auswahljury will ihre Entscheidung am 31. August 2026 bekannt geben. Die Förderbescheide sollen bis zum Jahresende vorliegen. Bei einer erfolgreichen Bewerbung könnten Stadt und Schulen die Maßnahmen anschließend schrittweise entwickeln und bis spätestens 2031 umsetzen.