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Sanierung des Städtischen Gymnasiums startet in den Sommerferien

14.07.2026 - aktualisiert am 14.07.2026 - 16:25

Sanierung des Städtischen Gymnasiums startet in den Sommerferien

Kamen. Mit Beginn der Sommerferien startet am Städtischen Gymnasium Kamen die sichtbare Umsetzung eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahrzehnte in der Stadt. Ab Montag, 20. Juli, richtet das Baustellenteam die ersten Arbeitsbereiche ein und beginnt mit vorbereitenden Maßnahmen. Bis 2030 entwickelt die Stadt den Schulstandort grundlegend weiter.

Über den geplanten Bauablauf informierten Stadt und Schule am Montagabend bei einer öffentlichen Kick-off-Veranstaltung in der Konzertaula. Rund 60 Mitglieder der Schulgemeinschaft, Anwohnerinnen und Anwohner sowie weitere Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über die nächsten Schritte zu informieren. Nicola van Waegeningh und Henrike Thiemann von htarchitektur sowie Bodo Schwenken und Till Kröger von g+w Ingenieurplanung stellten die Planung und die einzelnen Bauabschnitte vor.

Fluchttreppe und Fassadenteile weichen
Zum Auftakt wird in mehreren Gebäudeteilen der Brandschutz verstärkt. Treppenhäuser werden ertüchtigt, zusätzliche Rettungswege geschaffen und Arbeiten an der technischen Gebäudeausrüstung vorbereitet. Außerdem werden Teile der Fassade sowie die außen liegende Fluchtwegtreppe zurückgebaut. An dieser Stelle soll später der neue Verbindungsbau an das bestehende Schulgebäude anschließen.
Die Sommerferien bieten für diese Arbeiten ein wichtiges Zeitfenster. So können lärmintensive und organisatorisch aufwendige Maßnahmen ausgeführt werden, ohne den Schulalltag zu beeinträchtigen. Nach dem Ende der Ferien werden die Arbeiten bei laufendem Schulbetrieb fortgesetzt.

Neuer Ringschluss verbindet die Gebäudeteile
Im vierten Quartal 2026 soll der Bau des sogenannten Ringschlusses beginnen. Der dreigeschossige Neubau schließt eine bislang offene Seite des Gebäudeensembles und verbindet die einzelnen Schultrakte künftig auf kurzen Wegen miteinander. Dort entstehen unter anderem moderne Fachräume für Biologie, Chemie und Physik sowie Lern- und Aufenthaltsbereiche.
Nach aktueller Planung soll der Ringschluss im Sommer 2028 fertig sein. Anschließend werden schrittweise die bestehenden Gebäudeteile saniert. Der Unterricht kann hierbei am Standort weitergeführt werden, wodurch sich eine jahrelange kostspielige Containerlösung auf dem Schulhof vermeiden lässt. Die Gesamtfertigstellung plant die Stadt für den Sommer 2030.
Ganz ohne Einschränkungen lässt sich ein Projekt dieser Größenordnung allerdings nicht umsetzen. Schule, Stadt und Baufachleute stimmen den Bauablauf deshalb eng auf Klausur- und Prüfungszeiten ab. Besonders lärmintensive Arbeiten sollen nach Möglichkeit außerhalb dieser Phasen stattfinden.

Flure werden zu Lern- und Aufenthaltsräumen
Die Sanierung verändert nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Gymnasiums. Auch im Inneren richtet die Stadt die Schule stärker auf moderne Unterrichtsformen aus. Aus bislang überwiegend als Verkehrswege genutzten Fluren entstehen sogenannte Lernflure mit Sitzmöglichkeiten, Arbeitsplätzen und Kommunikationsbereichen. Große Fensterflächen und Sichtverbindungen sollen für viel Tageslicht und eine gute Orientierung sorgen.

Das Raumkonzept sieht außerdem moderne Selbstlern- und Differenzierungsbereiche, eine zeitgemäße Bibliothek sowie neue Räume für Verwaltung, Beratung und Schulsozialarbeit vor. Ein im Ringschluss vorgesehener Aufzug und barrierefreie Wege erschließen künftig alle Bereiche der Schule. Zusätzliche Toiletten im Hauptgebäude ersparen Schülerinnen und Schülern den Weg zu den bisherigen Außentoiletten an den Sporthallen.

Robuste Materialien sollen die Schule dauerhaft prägen. Die Planer setzen unter anderem auf Klinkerfassaden, Aluminiumfenster mit Dreifachverglasung sowie wartungsarme Konstruktionen. Damit verschwindet nach und nach auch die markante Waschbetonfassade aus dem Jahr 1969. Bürgermeisterin Elke Kappen begrüßte bei der Veranstaltung ausdrücklich, dass die Sanierung dem Schulgebäude ein neues und zeitgemäßes Gesicht geben wird.

Geothermie, Photovoltaik und passive Kühlung
Auch energetisch setzt die Stadt auf eine umfassende Modernisierung. Geothermiebohrungen als tiefe Erdwärmesonden sollen künftig Wärme für den Ringschluss und Teile der sanierten Bestandsgebäude liefern. Insgesamt erreichen die Bohrungen damit eine Tiefe von rund 2.400 Metern. Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen ergänzen das Energiekonzept.
Ein hybrides Lüftungssystem, LED-Beleuchtung, neue Fenster und eine verbesserte Gebäudehülle senken zusätzlich den Energiebedarf. Eine passive Kühlung über die Bauteile soll die Räume im Sommer ohne klassische Klimaanlage spürbar temperieren.
Dachbegrünungen, möglichst viele unversiegelte Flächen und ein neues Regenwassermanagement ergänzen die ökologischen Bausteine. Eine Retentionsmulde auf dem Schulgelände soll Regenwasser aufnehmen und kontrolliert zurückhalten.
Mit der Sanierung und Erweiterung schafft die Stadt Kamen einen modernen, barrierefreien und nachhaltigen Lernort. Zugleich bleibt die Schule während der gesamten Bauphase das vertraute Zentrum für Unterricht und Schulleben.