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Kamen unterzeichnet Regionalpakt für Hochwasserschutz

07.07.2026 - aktualisiert am 07.07.2026 - 13:59

Kamen unterzeichnet Regionalpakt für Hochwasserschutz

Kamen. Die Stadt Kamen verstärkt gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen, den Kommunen der Region und den Wasserverbänden ihr Engagement für einen wirksamen Hochwasserschutz. Bürgermeisterin Elke Kappen hat am Montag, 6. Juli, in Castrop-Rauxel den neuen „Regionalpakt für Hochwasserschutz an Emscher und Lippe“ unterzeichnet.

Das Abkommen soll dafür sorgen, dass Maßnahmen künftig noch stärker über Stadt-, Kreis- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg abgestimmt werden. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Kreisen, Bezirksregierungen, Wasserverbänden und dem Land, darunter NRW-Umweltminister Oliver Krischer sowie Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, besiegelten die Vereinbarung bei einem gemeinsamen Termin in den Emscher-Auen. Die Emscher-Lippe-Region ist damit die erste Region in Nordrhein-Westfalen, die den im Februar geschlossenen landesweiten Pakt für Hochwasserschutz durch ein konkretes regionales Abkommen ergänzt.

„Flüsse und Starkregen machen an Stadtgrenzen nicht halt. Deshalb ist es richtig und wichtig, beim Hochwasserschutz die gesamte Region und die vollständigen Einzugsgebiete der Gewässer in den Blick zu nehmen“, betont Bürgermeisterin Elke Kappen. „Der Regionalpakt schafft die Grundlage dafür, Maßnahmen gemeinsam zu planen, Verfahren zu beschleunigen und die vorhandenen Kräfte und Kenntnisse zu bündeln. Davon profitieren auch die Menschen in Kamen.“
Welche Folgen extreme Wetterereignisse haben können, hat die Stadt Kamen am 14. Juli 2021 unmittelbar erlebt. Nach außergewöhnlich starken Regenfällen trat die Seseke an mehreren Stellen über die Ufer. Die Ereignisse haben deutlich gemacht, welche zentrale Bedeutung der Hochwasserschutz, die Vorsorge vor Starkregen und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen besitzen.
Mit der Seseke fließt ein Gewässer durch das Kamener Stadtgebiet, das eng mit dem gesamten Flusssystem der Lippe verbunden ist. Maßnahmen entlang eines Gewässers können sich auch auf andere Städte und Gemeinden auswirken. Der Regionalpakt setzt deshalb auf Lösungen, die Flussgebiete als zusammenhängende Einheit betrachten.
Die beteiligten Partner haben sich auf fünf zentrale Ziele verständigt. Sie wollen bei der Planung von Schutzmaßnahmen über kommunale Grenzen hinweg zusammenarbeiten, Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, Flächen für zusätzliche Rückhalteräume sichern und digitale Werkzeuge für Planung und Warnung stärker nutzen. Darüber hinaus soll die private Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger weiter gestärkt werden.
„Wir müssen unsere Städte an die Folgen des Klimawandels anpassen und zugleich alles dafür tun, Schäden möglichst zu verhindern oder zu begrenzen“, erklärt Elke Kappen. „Dazu gehören technische Schutzmaßnahmen ebenso wie naturnahe Rückhalteräume, leistungsfähige Warnsysteme und eine gute Information der Bevölkerung.“
Die Bürgermeisterin begrüßt insbesondere die im Pakt vereinbarte Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie die langfristige finanzielle Unterstützung durch das Land. Nordrhein-Westfalen will in den kommenden zwölf Jahren mindestens 1,1 Milliarden Euro Landesmittel für den Hochwasserschutz bereitstellen.
„Entscheidend ist, dass aus den gemeinsamen Vereinbarungen konkrete Maßnahmen entstehen“, so Kappen. „Mit dem Regionalpakt übernehmen Land, Kommunen und Wasserverbände gemeinsam Verantwortung. Für Kamen ist die Unterzeichnung deshalb ein wichtiger Schritt hin zu einem noch besser abgestimmten und zukunftsfähigen Hochwasserschutz.“