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Klimaschutz-Tipps zu Weihnachten

Holger Jacoby-Kamen im Advent

Der Klimaschutz-Tipp ist eine kleine Reihe von Texten und Hilfestellungen für die Bürger, die Weihnachtszeit bewusster und nachhaltiger zu erleben und zu gestalten. Der Tipp erscheint zu jedem Adventssonntag.

"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum" – Klimaschutz-Tipps für ökologische Weihnachtsbäume

Für die meisten Menschen gehört er fest zur Weihnachtszeit dazu. Ob als weihnachtliches Symbol, zur Beherbergung von Geschenken oder als geschmückte Dekoration; der Weihnachtsbaum ist in der Weihnachtszeit allgegenwärtig und nicht mehr aus dieser wegzudenken. Aus diesem Grund beschäftigt sich der vierte Teil der Reihe Klimaschutz-Tipps zur Weihnachten mit dem wohl bekanntesten Symbol der Weihnachtszeit. Jährlich finden ungefähr 28 Millionen Weihnachtsbäume den Weg in die Haushalte in Deutschland. Umso mehr lohnt es sich einen Blick darauf zu werfen, welche Einflüsse der Weihnachtsbaum auf das Klima hat und worauf Sie beim Kauf eines Baumes daher achten sollten.
Der Großteil der ca. 28 Millionen Weihnachtsbäume stammt dabei aus landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen. Lediglich 15 Prozent der Weihnachtsbäume haben ihren Ursprung noch auf Flächen von Waldbetrieben. Die meisten Bäume stammen aus Kulturen, in denen sie mit Pestiziden und Düngern behandelt werden. Dies hat negative Auswirkungen auf die Böden sowie Pflanzen- und Tierwelt. Aus diesem Grund wird der Kauf von heimischen Bäumen empfohlen, die auf regionalen Flächen der Forstbetriebe anwachsen und nicht verstärkt Düngern und Pestiziden ausgesetzt werden. Die Regionalität wirkt sich darüber hinaus aufgrund des kurzen Transportweges positiv auf die Ökobilanz der Bäume aus. um auf Nummer Sicher zu gehen, was die Herkunft der Bäume angeht, bieten immer öfters Forstbetriebe und Höfe Aktionen an, bei denen Groß und Klein sich gemeinsam einen Baum aussuchen und eigenständig absägen können. Ebenfalls empfehlenswert sind ökologisch zertifizierte Weihnachtsbäume aus der Region. Hierzu zählen alle Bäume, die aus Betrieben stammen, die den Kriterien des ökologischen Landbaus (z.B. Bioland-Zertifizierung) oder des ökologisch ausgerichteten Waldbaus (z.B. FSC-Zertifizierung) entsprechen. Da ökologische Weihnachtsbäume schwerer zu finden sind, wurde von der Webseite "Robin Wood" eine Liste mit Ökoweihnachtsbäumen in ihrer Nähe erstellt. Schauen Sie dort doch mal nach; es finden sich auch verschiedene Adressen im Kreis Unna darunter. Ökologische Weihnachtsbäume sind dabei keinesfalls grundsätzlich teurer; die klassische Nordmann-Tanne beispielsweise ist in der ökologischen Variante genauso teuer wie in der konventionellen Variante.

Wer seinen Baum darüber hinaus nachhaltig schmücken möchte, kann zum Beispiel zu Dekoration aus Stoffbändern, Holz, Papier und Bienenwachs greifen. Hierzu finden sich im Internet eine Vielzahl an Ideen, beispielsweise auf der Webseite des Naturschutzbund Deutschland (NABU). Schnee- und Glitzersprays sollten in jedem Fall vermieden werden, da diese für die Umwelt schädliches Mikroplastik enthalten und besprayte Bäume nicht kompostiert werden können. Falls Sie vollständig auf einen echten Baum verzichten wollen, so lassen sich aus nachhaltigen Materialien auch alternative Weihnachtsbäume basteln. Auch hier finden Sie bei einer Suche im Internet eine Menge kreativer Ideen. Sicherlich haben Sie bereits von den gravierenden Schäden der vielen trockenen und heißen Tagen in den letzten Jahren im Waldbestand in NRW gehört: Die flächenmäßig am weitesten verbreitete Baumart in NRW ist die Fichte, von der bereits viele Förster sagen: "Die Fichte ist Geschichte". Das Land NRW möchte 2021 über 75 Millionen Euro für die Bewältigung der Schäden und Wiederaufforstung mit klimafesten Baumarten bereitstellen. Doch auch Sie können ihren Teil beitragen: Verschenken Sie zu Weihnachten einen Baum an ihre Liebsten. Ob über Waldstiftungen, als Baumpatenschaft oder durch gemeinsame Pflanzungen mit ihrer Stadt; es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten. Bäume haben eine bedeutende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und dessen Folgen. Daher gilt: Jeder Baum zählt. Oder um es mit einem Sprichwort aus Afrika zu sagen: "Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt."

 

Folge 3: Weihnachtsmenü – Festtagsgenuss mit gutem Gewissen

Alle Jahre wieder – steht das Weihnachtsfest vor der Tür! Während die Vorbereitungen vielerorts auf Hochtouren laufen, geben die Klimaschutzmanager*innen im Kreis Unna zur Unterstützung Klimaschutz-Tipps für die Weihnachtszeit. Im dritten Klimaschutz-Tipp, dreht sich heute alles um das Thema Ernährung. Denn bei der Herstellung, dem Transport und der Verarbeitung von Lebensmitteln entstehen treibhausgaswirksame Emissionen.

Die einen mögen ein großes, üppiges Weihnachtsessen, die anderen bevorzugen es lieber unkompliziert. Aber egal ob Sie sich selbst zu den Puristen oder den Feinschmeckern zählen – wussten Sie, dass Sie die Klimabilanz ihrer festtäglichen Speisen deutlich verbessern können, ohne dafür auf Genuss verzichten zu müssen? Pflanzliche Lebensmittel haben einen weitaus geringeren Treibhausgas-Fußabdruck als tierische Produkte. Wie wäre es da z. B. mit einer Vorspeise aus Feld- bzw. Ackersalat? Dieser hat im Augenblick Saison, ist vitaminreich und schmeckt außerdem knackig frisch. Gut passen dazu angeröstete Sonnenblumen- oder Walnusskerne und eine vegane Rote Beete-Suppe. Als Hauptgang bieten sich Serviettenknödel oder Kartoffelpüree und Pilze an und als Nachtisch Bratapfel im Blätterteigmantel.

Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, kann mit dem richtigen Einkauf auf nachhaltiges Essen setzen. Käufer sollten darauf achten, dass der Weihnachtsbraten von Tieren aus der Region kommt, deren Aufzucht und Ernährung ökologischen Kriterien entspricht. Wild etwa wird regional vermarktet und ist zusätzlich meist fettarm.

Mit diesen Tipps kommen Sie klimafreundlich durch die Festzeit:
1. Der Verzehr von saisonalen Lebensmitteln vermeidet Emissionen. Salat etwa sollte man vorzugsweise im Sommer konsumieren, wenn der regionale Anbau unter freiem Himmel möglich ist.
2. Nutzen Sie Bio- oder ökologisch-fair produzierte Lebensmittel. Biolandbau verursacht durch den Einsatz von eigenem Dünger und selbst produzierten Futtermittel weniger Emissionen. Beim Konsum eines Bio-Weizenbrotes kann man so bis zu einem Viertel an Treibhausgasen einsparen.
3. Bereiten Sie Ihre Gerichte selbst zu und verzichten Sie wo möglich auf Fertigprodukte. Ein hoher Verarbeitungsgrad erhöht den Energieaufwand, der für die Bereitstellung eines Lebensmittels nötig ist und somit auch den THG-Fußabdruck. Die CO2-Belastung durch Kondensmilch ist z.B. mehr als 2,5-mal höher als die von „normaler“ Milch. Hoch ist auch der Fußabdruck insbesondere von stark verarbeiteten tierischen Produkten wie Käse oder Milch.
4. Generell hat es viele Vorteile für die eigene Gesundheit und die eigene Klimabilanz, wenn man seinen Fleischkonsum reduziert. Studien belegen, dass dadurch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma oder Übergewicht wirksam reduziert wird.
5. Ein Vergleich von Fleisch zeigt, dass Rindfleisch besonders durch den Methan-Ausstoß der Rinder selbst sowie oft mit transportbedingten Emissionen auf dem Weg von den USA und Südamerika nach Deutschland verbunden ist. Heimisch erlegtes Wildfleisch weist demgegenüber oft kurze Transportstrecken auf und besitzt dadurch einen deutlichen Emissionsvorteil.
6. Beim Weihnachtsessen kommt als Nachtisch neben exotischen Südfrüchten auch heimisches Obst in Frage. Gefüllte Bratäpfel verströmen in der Wohnung einen wundervollen Duft und wecken vielleicht Erinnerungen an vergangene Kindertage.
7. Und schließlich: Versuchen Sie, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. Das schont einerseits Ihren Geldbeutel, ist aber auch noch gut fürs Klima. Ein doppelter Gewinn!

Viel Spaß beim Ausprobieren und einen guten Appetit wüscht ihr lokales Klimaschutzmanagement.
Klimaschutzmanager der Stadt Kamen – Tim Scharschuch

 

Folge 2: Energiesparen zur Weihnachtszeit

Wie Sie zur Weihnachtszeit Energie einsparen und dabei etwas Gutes für die Umwelt und ihren Geldbeutel tun können, verraten wir Ihnen diese Woche im Weihnachtskonsum Tipp.

Besonders zur Weihnachtszeit erfreuen wir uns an leuchtenden Weihnachtslämpchen, leckeren Plätzchen aus dem Ofen und einer warmen, gemütlichen Wohnung. Weihnachten ist einfach die Zeit für mehr: Mehr Besinnlichkeit, mehr Liebe, aber auch mehr Energieverbrauch. Wussten Sie, dass am ersten Weihnachtstag etwa ein Viertel mehr Energie verbraucht, als an einem durchschnittlichen Wintertag. Das geht auf Kosten des Geldbeutels, der Umwelt und des Klimas. Deshalb verraten wir Ihnen einige Tipps zum Energiesparen. 

Eine Sofortmaßnahme die (fast) nichts kostet: weg mit der Heizkörperverkleidung und keine schweren Gardinen vor die Heizung. Freie Luftzirkulation ist notwendig für die optimale Wärmeverteilung im Zimmer - und damit auch für eine behaglich weihnachtliche Stimmung. In vielen Haushalten brennt die Festbeleuchtung rund um die Uhr. Für ein automatisches An- und Abschalten der Beleuchtung helfen Stromleisten mit Zeitschaltuhr. Eine Umrüstung auf LED-Lampen macht viel Sinn, denn diese verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie als herkömmliche Lichterketten. Für die Berechnung der Stromkosten sollten Sie beim Kauf auf die entsprechende Leistungsangabe auf der Verpackung achten. Eine Lichterkette mit einer Leistung von 80 Watt, die 6 Wochen lang täglich 8 Stunden funkelt, verursacht Stromkosten in Höhe von 7,80 Euro. Und das ist nur eine Beleuchtung. Überlegen Sie selbst, wie viele Lichter Sie zur Weihnachtszeit aufstellen – demnach können nicht unerhebliche Kosten lauern.  

Auch die Weihnachtsbäckerei, sprich das Kochen und Backen während der Festtage ist energieintensiv. Vor dem Backen sollten Sie alle nicht verwendeten Bleche und Roste aus dem Ofen nehmen, weil sonst zusätzliche Energie benötigt wird. Nicht für alle Gerichte und Plätzchenarten müssen Sie den Ofen vorheizen. Auch die Nutzung der Umluftfunktion kann Energie sparen. Während des Backvorgangs sollten Sie die Ofentür möglichst geschlossen halten, denn durch jedes Öffnen geht rund 20 Prozent der Wärme verloren. 

Doch auch die größten Energiesparmeister benötigen Energie in Form von Strom: Um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu fördern und damit dem Klima und der eigenen Gesundheit durch bessere Luftqualität etwas Gutes zu tun, empfiehlt sich generell der Abschluss eines Ökostromvertrags. Beim Bezug von Ökostrom kommt natürlich kein anderer Strom aus Ihrer Steckdose als vorher, sondern mit dem Vertrag tragen Sie dazu bei, dass im gesamten deutschen Stromnetz eine entsprechende Menge an Graustrom – also Strom aus fossilen Energieträgern wie Kohle oder Gas – aus dem Netz verdrängt wird. Das muss nicht teurer sein. Wussten Sie, dass viele Ökostromtarife schon heute preisgleich zu konventionellen Anbietern sind? Ein Vergleich lohnt sich also. Auch wissen viele nicht, dass die Kündigungsfrist beim Stromanbieter meist nur einen Monat beträgt. Man bindet sich also nicht auf lange Jahre sondern bleibt voll flexible. Bonustipp: Sollten Sie einen Anbieterwechsel in betracht ziehen, achten Sie darauf, dass der neue Anbieter auch selbst Ökostromanlagen baut und betreibt und sich nicht nur Zertifikate aus Norwegen einkauft. 

Wer beim Stromwechsel Hilfe benötigt oder noch anderweitige Energiespartipps im Haushalt benötigt, kann sich an das Team der Verbraucherzentrale NRW  oder den örtlichen Klimaschutzmanager wenden.  

Klimaschutzmanagement der Stadt Kamen, Tim Scharschuch

Folge 1: Nachhaltiges Beschenken und Konsumieren in der Weihnachtszeit

In diesem Klimaschutz-Tipp verraten wir Ihnen, wie Sie zur Weihnachtszeit nachhaltiger konsumieren und dabei sogar noch etwas Gutes tun können. Bei Nachhaltigkeit geht es nicht darum, dass wir Nichts mehr kaufen oder konsumieren dürfen, sondern viel mehr, dass wir uns selbst häufiger hinterfragen. Ist es notwendig, dass ich diese Anschaffung tätige? Wie viele Schuhe oder Hosen brauche ich wirklich? Außerdem sollten wir uns die Frage stellen, ob es nicht doch besser ist, bei bestimmten Kaufentscheidungen mehr zu investieren und langlebigere, faire und ökologische Produkte zu kaufen als mehrfach billige. Lohnt es sich wirklich, Waren extra aus China zu bestellen, nur um wenige Euros zu sparen? Was für weitere Effekte ergeben sich aus meiner Kaufentscheidung, beispielsweise für die Umwelt oder die Arbeitsbedingungen? Die Mehrkosten wären nicht unbedingt ein Verlust von Lebensqualität für uns, sondern können ein Gewinn für die Region und die Umwelt bedeuten. Weniger heißt hier nicht schlechter, sondern bewusster!

Schenken Sie nicht nur um des Schenken Willens. Geschenkte Kleidung zum Beispiel verschwindet häufig im Schrank und wird so gut wie nie mehr getragen. Verschenken Sie lieber hochwertigere Güter, die langlebig sind und wirklich gebraucht werden. Weniger ist hier oft mehr, denn viele Geschenke werden schon kurz nach Weihnachten nicht mehr beachtet. Nutzen Sie die Möglichkeit, die Region zu unterstützen und kaufen Sie vor Ort ein oder achten Sie zumindest auf ein Fair-Trade Logo. Damit tragen Sie - gerade in der aktuellen Lage - zur Wertschöpfung und Sicherung von Arbeitsplätzen in Ihrer Region bei und Sie verhindern unmenschliche Arbeitsbedingungen am anderen Ende der Welt.

Ihnen fehlt noch eine passende Idee? Erwerben Sie Produkte aus sozialen Manufakturen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, verschenken Sie Baumpatenschaften bei Aufforstungsprojekten oder Tierpatenschaften wie eine Bienenpatenschaft bei regionalen Imkern. Es ist schwer sich von der Routine zu lösen, aber hinterfragen Sie einfach häufiger, ob es nicht doch eine Alternative gibt. Sie können auch Geschenke machen, die keine Produkte sind, wie etwa Massage statt Schal, Zoobesuch statt Stofftier, Reparieren statt Neukaufen.
Und es gibt - das vergessen wir auch zu oft - in dieser Welt nichts von größerem Wert, als Aufmerksamkeit und Zeit für unsere Liebsten!

Zu guter Letzt: Wenn Sie etwas Materielles verschenken möchten, denken Sie doch über ein alternatives Geschenkpapier nach: Eine alte Zeitung, das Poster einer Zeitschrift oder auch ein Stück Stoff bieten eine super Alternative und werden sicherlich direkt ins Auge fallen!
Wer nachhaltig konsumieren will, findet auch im Internet Seiten, die auf weitere Aspekte eingehen.

Klimaschutzmanagement der Stadt Kamen, Tim Scharschuch