Ausstellung 70 Jahre Grundgesetz

70 Jahre Grundgesetz
Eine künstlerische Interpretation
Ein Projekt der Stadt Kamen in Kooperation
mit den Künstlern Reimund Kasper und Thomas Hugo
Gefördert von der Kulturstiftung der Sparkasse UnnaKamen

 

Portrait R.Kasper

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Reimund Kasper

1947 geb. in Werne/NRW; 1971-1977 Studium FH Münster: Malerei, Grafik, Bildhauerei, Architektur, Kunstwissenschaft; 1977 Diplom-Designer; 1977-2010 kommunaler Galerist und Kulturmacher der Stadt Kamen; seit 1980 freischaffender Künstler und Dozent für Malerei, Grafik, Gestaltung im urbanen Raum.

Seit 1980 Ausstellungen und Seminare im In- und Ausland u.a.: Metropolitan Museum Tokio/Japan, Goethe Institut São Paulo/Brasilien, Kunstmuseum Kalmar/Schweden, Zeche Zollverein/Essen, Gerhart-Hauptmann-Haus/Düsseldorf, Museum Ostwall/Dortmund; Denkmal zum 50.sten Jahrestag des Staates Israel, Standort: Ben-Gurion Universität/Eilat; Werke in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Freiheit, die ich lebe – das höchste Gut der Demokratie

Als Künstler war die Gestaltung der ersten 19 Artikel des Grundgesetzes anlässlich des 70-jährigen Jubiläums unserer Verfassung eine besondere Herausforderung und mehr als nur eine Formgebung. Schon sehr früh war mir diejenige Kunst suspekt, die nur schön sein wollte. Sicherlich ist es schwer, die Farben ins Gleichgewicht zu bringen, geschweige ihnen Inhalt und Ausdruck zu verleihen.

Aber da gibt es noch etwas anderes: die Seele der Malerei, ihr intellektueller Anspruch, ihre Sprache, ihr Gewissen. In den Aussagen der Arbeiten erfasse ich mit meiner eigenen Handschrift einen Zeitgeist, verleihe den Abbildungen politische Aktualität und verbinde so Text und Bild zu einer neuen Wirklichkeit.

Richard von Weizsäcker sagte am 24. Mai 1989: „Auch die Freiheits- und Grundrechte leben von dem, was wir aus ihnen machen. Sie verkümmern, wenn sie nur als eigene Ansprüche gegen den Staat verstanden werden. Ihre tiefere Bedeutung liegt in den Rechten, die jeder dem anderen zugesteht. Mit der Verfassung allein ist kein Staat zu machen, sondern mit unserer Verantwortung für den Staat, das heißt füreinander; denn der Staat, das sind wir ja selber.“

Tiefschläge, Verleumdungen und Kraftproben können unserem demokratischen Rechtsstaat nicht bedrohlich werden, wenn Bürgerinnen und Bürger bereit sind, aktiv an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitzuarbeiten und sich für das Gemeinwohl einbringen.

Reimund Kasper
Bildender Künstler

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Auf die Zukunft2020Hugo

Thomas Hugo

1970 geb. in Unna/NRW; 1994-2000 Studium FH Niederrhein/Krefeld: Visuelle Kommunikation; 2000 Abschluss Diplom; 2000-2009 Artdirector in Düsseldorfer Werbeagenturen; seit 2009 freiberuflicher Artdirector, Illustrator und Bildender Künstler.

Ausstellungen und Beteiligungen: 2000 „Mees ja Naine“ (Mann und Frau) Museum für moderne Kunst, Pärnu (Estland); 2013 „art-figura Kunstpreis“ Museum Schloss Schwarzenberg; 2014 „Ohne Ende“ Otmar Alt Stiftung, Hamm; 2019 „Kaltgepresst und Auserlesen“ KK 49, Lotzwil (Schweiz); 2019 „Das Frühstück im Grünen. Hommage à Édouard Manet“ Städtisches Museum Kamen; 2020 „#ZEROWASTEART“, Dortmund Hbf und Kulturort Depot Dortmund.

Alles andere als langweilig

Das Grundgesetz garantiert uns ein Leben in Frieden und Freiheit.

Tun und lassen können, was man möchte, privat und im Job. Menschen treffen, Dinge sagen, schreiben, posten ohne sich Gedanken oder gar Sorgen um die Folgen machen zu müssen, solange man die Freiheit anderer nicht beeinträchtigt.

In der Kunst kann ich darstellen und aussagen, was mir wichtig ist. Es muss nicht jedem Gefallen – verbieten kann man es nicht. Immer mal wieder wird die Freiheit der Kunst und Satire in Frage gestellt. Die Gesetzgebung ist dazu aber absolut klar.

Damit das alles so laufen kann, damit unsere Kinder in Frieden gleichberechtigt und ohne Angst vor der Zukunft aufwachsen können, gilt es, das Grundgesetz zu achten, zu pflegen und alles dafür zu tun, es im kollektiven Bewusstsein präsent zu halten.

Die Auseinandersetzung mit den 19 Artikeln der Grundrechte hat sich alles andere als langweilig dargestellt. Ganz im Gegenteil! Sich bewusst zu machen, dass scheinbare Alltäglichkeiten nur deshalb normal sein können, weil sie gesetzlich festgeschrieben sind, dass es in der Politik immer wieder Forderungen gibt, die zumindest vordergründig im Gegensatz zum Gesetzestext stehen – daraufhin die Debatten zu verfolgen und Entscheidungen wahrzunehmen, ist höchst spannend.

Liebes Grundgesetz, herzlichen Glückwunsch zum 70sten. Bleib so wie du bist.

Thomas Hugo
Bildender Künstler

70 Jahre Grundgesetz Videoclip: